musikschule-fuerth.de

Fachbeiträge

Gut gemacht!
Robert Wagner, 2017

Ein SonTakte-Konzert in der Musikschule Fürth: Das neue Stück der Band steuert dem Ende zu, ... der letzte Schlag - zeitgleich auf Becken und Snare - und der Schlagzeuger ruft seine Freude begeistert und laut her- aus: „Ja, ich kann ?s!“ Das war so bei der Probe am Nachmittag noch nicht absehbar gewesen. Irgendwie wollte der Song nicht klingen, irgendetwas sperrte sich. Der Groove eierte vor sich hin, die Beiträge der einzelnen Musiker der Band „matschten“ ineinander und ein undifferenzierter Klangbrei waberte aus den Boxen. „So wird das nichts!“, war man sich einig. Und wie so oft baute die Band den gewünschten Sound, gründend auf einem gemeinsamen Tempo und einer gemeinsamen Klangvorstellung, noch einmal neu auf. Jeder Musiker sollte so spielen, dass er seinen Beitrag und die Beiträge der Mitmusiker hören konnte. Wer gibt wann den Ton an und muss in den Vordergrund, wer hat wann dienende Funktion? „Spiel weniger, gib Deinen Kollegen Raum!“ „Hey, das ist Dein Solo, es war klasse, spiel so, dass man es hört!“ „Wer ist Dein Partner? Mit wem klingst Du zusammen und wo musst Du Dich unterscheiden?“

Am Konzertabend applaudierte das Publikum und die Eltern und Freunde lobten die Musiker und freuten sich mit ihnen: „Gut gemacht! Toll ge- spielt!“ Auch wir, die Lehrkräfte der Musiker, teilten die Begeisterung über die Leistung der Band. Vor allem aber freuten wir uns über den spontanen Ausruf des Schlagzeugers: „Ja, ich kann’s!“ Ohne damit die Bedeutung jeder Fremdbestätigung für weiteres Lernen und Handeln zu schmälern, ist es vor allem die Selbstbestätigung, fußend auf der Erfahrung, etwas „gut gemacht“ zu haben, die den pädagogisch so wichtigen Lernwillen, also die Kraft, lernen zu wollen, unterstützt und so auch der Qualität einen Weg bereitet. (...)

 

Der vollständige Artikel als pdf>


Musikschule Fürth ... damit Vielfalt klingt!
Robert Wagner, 2016

Einen besonderen Blick richtet der diesjährige Leitartikel auf die Menschen, die ihr Land verlassen mussten und für sich und ihre Familien, aber auch für ihre Kultur, eine neue Heimat finden müssen. Diese Menschen suchen Schutz und erhoffen sich in unserer Heimat eine Zukunft in Frieden. Auf der anderen Seite sehen Menschen hier bei uns ihren Frieden, ihre Sicherheit und ihre Zukunft durch Flüchtlinge und Asylsuchende bedroht: Angst begegnet Angst – Vorurteile werden zu Urteilen – Gerüchte zu Wahrheiten.

Fakt ist, viele Menschen drängen in unseren vertrauten Lebensraum. Fakt ist auch, dass deren Lebensraum unwirtlich, ja lebensbedrohlich geworden ist. Fakt ist, dass wir, der „Westen“, eine Mitverantwortung an dieser Entwicklung tragen. Fakt ist, dass sich nicht mehr vertuschen lässt, dass Einzelne auf Kosten anderer gelebt haben und leben. Fakt ist, dass das, was oft als FlüchtlingsKRISE bezeichnet wird, eine Krise ist, die wir (mit-) zu verantworten haben.

Die in 30 Jahren entwickelte und gepflegte „Pädagogik der Vielfalt“ und die Bereitschaft, das System Musikschule den Menschen immer wieder neu anzupassen und mit diesen Menschen neue Angebote zu gestalten, ist die Grundlage dafür, dass Vielfalt klingt.

Die Musikschule Fürth e.V. ist in ihrem Zuständigkeitsbereich bereit und kompetent, Mitverantwortung für Flüchtlinge zu übernehmen.

Unsere Fürther Musikschule bekennt sich zur

Vielfalt aller Menschen und heißt jeden ihrer Schüler

HERZLICH WILLKOMMEN!

(...) 

Der vollständige Artikel als pdf-Download>

„Fürth ist bunt, kunterbunt!“

Mit diesem Slogan wirbt die Kleeblattstadt für ihre Offenheit und heißt ihre Gäste und Neubürger willkommen.

Heute, 2016, leben Menschen aus 140 Nationen in unserer Heimatstadt.

Und in der Musikschule?

Eine Kurzumfrage ergab, dass unsere Schüler aus über 60 verschiedenen Herkunftsländern kommen. Alle diese Schüler eint ihre Liebe zur Musik und der Wunsch, etwas zu lernen, um etwas zu können.

Wer etwas kann und etwas weiß, teilt sein Können und Wissen mit anderen Menschen und steht früher oder später gemeinsam mit diesen auf der Bühne, um die Musik mit dem Publikum zu teilen.

Kulturelle Vielfalt ist an der Fürther Musikschule ebenso normal und selbstverständlich, wie die musikalische und menschliche Begegnung von jungen und älteren Schülern oder von Liebhabern völlig verschiedener Musikstile.

Allein in der von der Musikschule Fürth musikalisch betreuten Berger Klasse des Dürer Gymnasiums zum Beispiel finden sich bei 18 Schülern 21 verschiedene Herkunftsländer der Eltern.

Vielfalt klingt - immer dann, wenn wir sie gemeinsam gestalten!

Wer hören mag, wie, dem sei ein kleiner Abstecher ins Internet empfohlen:

30 Jahre "Musikschule Fürth"

Eine Musikschule für alle - Inklusion einfach machen! Robert Wagner


Der vollständige Artikel als pdf-Download: R. Wagner: 30 Jahre "Musikschule Fürth">

Jeder Mensch ist anders. Anders, als andere Menschen und anders, als er selbst einmal war oder sein wird. Wie muss demnach eine Musikschule sein, die der Vielfalt der Menschen gerecht werden kann? Wie sollte sie organisiert und verwaltet werden? Wie „anders“ müssen die Menschen sein, die in ihr arbeiten und diese Musikschule gestalten?

Auf dem Weg zu einer ganz besonders normalen Musikschule
Robert Wagner

In schlichter Sprache nahm das Vorwort des Jahresprogrammes der Musikschule Fürth 1996 die Erkenntnis der Bildungsleitlinien vorweg: „Das eigentliche Kapital unseres Unternehmens sind wir selbst; als Gruppe, aber auch als durchaus voneinander grundverschiedene Persönlichkeiten.“ … Zum 10 jährigen Jubiläum unserer Schule gilt unser Dank „in erster Linie uns selbst. Dass wir uns gestatten, voneinander verschieden zu sein, dass wir es uns gestatten, dass jeder Einzelne sich auf sich selbst zu entwickelt. In sich ruhende Lehrkräfte sind die beste Garantie, dass auch unsere Schüler eine bestmögliche und individuelle Förderung erfahren können.“ So gilt für das Lehrerkollegium wie für unsere Schüler die Überzeugung: „In der Gruppe hab´ ich mehr von mir!“

 

Der vollständige Artikel als pdf-Download:

1) Meine Musikschule.

Das GANZE ist für mich ...!

... Gewinn. Chance. Herausforderung. Verpflichtung.

„Normal! Nichts Besonderes! Nicht anders, als bei Euren anderen Schülern auch!“

Irgendwie überrascht und irgendwie erleichtert trat die Delegation aus dem Schweizer Konservatorium Bern ihre Heimreise an.

Die Pädagogik der Vielfalt, die sie an der Fürther Musikschule kennenlernen wollten, zeichnet sich vor allem durch ihre Normalitätaus. Sie erkennt Vielfalt als normal und reagiert normal auf Vielfalt, indem sie den Einzelnen wahrnimmt und – für alle gleich – individuelle Angebote macht.

„Ein gewollter und bewusst gestalteter Umgang mit Vielfalt ist Voraussetzung für ihre produktive Nutzung.“ (Bayerische Bildungsleitlinien, Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 2011)

Wer will, der kann! Möglichkeitsräume bewahren.
Robert Wagner

Ein Plädoyer für Sportvereine und Musikschulen

In Sportvereinen geht es um sportliche Aktivitäten, in Musikschulen um musikalische. In beiden Fällen geht es aber immer auch um die Möglichkeit und Notwendigkeit der Mitgestaltung (Partizipation).

Der vollständige Artikel als pdf-Download:

Wer will, der kann! Mitmachen zum Beispiel. Lernen zum Beispiel. Teil einer Gemeinschaft Gleichgesinnter werden zum Beispiel. Sich selbst zeigen, einen optimalen Nährboden für die eigene Entwicklung finden, mitbestimmen, mitentscheiden, mitgestalten zum Beispiel.

Und wo? In Sportvereinen oder in Musikschulen zum Beispiel.

Diese Einrichtungen bieten ein Lern- und Erfahrungsfeld, einen Lebensraum oft weit über deren „Satzungszweck“ Sport oder Musik hinaus, einen Möglichkeitsraum, in dem nichts von selbst geschieht, aber doch so vieles möglich ist: Individuell für sein Leben Sinn finden oder den Wert von Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Kontinuität praktisch und für andere Bereiche beispielgebend erfahren.

„... weil Können Sinn macht!”
Robert Wagner

Warum will der Mensch lernen? Warum soll der Mensch lernen?

Diesen und anderen Fragen widmet sich Schulleiter Robert Wagner in seinem Artikel "...weil Können Sinn macht", erschienen in unserem Jahresheft 2012/2013. Hier ein kurzer Auszug daraus:

"... Nur wenn die Musiklehrer wissen, was ihre Schüler motiviert, warum sie Musik machen und was sie mit ihrem Können anfangen wollen, können die Lehrer ihren Unterricht (die Inhalte, das Tempo, etc.) perfekt auf die Schüler anpassen und auch selbst weitere geeignete Gelegenheiten anbieten, Können anzuwenden oder (mit-) zu teilen (z.B. Vorspiele, Probenwochenenden, etc.)"

Der vollständige Artikel als pdf-Download >

 

 

Lebensraum Musikschule gemeinsam gestalten
Robert Wagner

Systemrelevante Standards im Lebensraum Musikschule

Schulen, auch Musikschulen, sind Orte, an denen Menschen lernen und lehren und an denen Menschen Lebenszeit verbringen.

Die Qualität einer Schule lässt sich daran festmachen, ob in ihr und durch sie gelernt wird und ob es gelingt, dass die Menschen Lernen als etwas verinnerlichen, das nicht gemacht werden muss, um zu leben, sondern dass Lernen bereits Leben ist.

Dass die Schule also nicht nur Lernraum, sondern Lebensraum ist. Wie muss demnach Schule sein, damit sie Lernen ermöglicht und Leben zulässt? Wie muss Schule sein, damit sie beabsichtigte und erwartete Wirkungen entfalten kann? Was macht eine (Musik-)?Schule zum Lebensraum?Wer könnte diese Frage besser beantworten als unsere Schüler selbst? Auf dem Weg zu einem Probenwochenende verschiedener Ensembles in die Bayerische Musikakademie Hammelburg sammelten wir spontane Antworten auf unsere Frage ein.

Der vollständige Artikel als pdf-Download >

Max Einfach – Eine Fachartikel-Sammlung von der Gründung der Musikschule 1986 bis heute
Robert Wagner

... und noch mehr Theorie? Über Pädagogik? Über Erziehung gar? Und die Praxis? Die schaut doch sicher ganz anders aus!Wer braucht diese Seiten eines Schulleiters einer Musikschule?

Zugegeben, manche der nachfolgenden Thesen gab es auch schon vor 1000 Jahren, anderes wurde schon schöner in Worte gefasst. Doch – die Worte finden ihre Entsprechung in einer über 20-jährigen Praxis. „So eine Musikschule dürfte es eigentlich gar nicht geben!”, formulierte der langjährige Geschäftsführer des Verbandes bayerischer Sing- und Musikschulen und 2. Vorstand des Verbandes deutscher Musikschulen, Werner Mayer: Geringste Unterstützung durch die öffentliche Hand, höchste Beteiligung der Eltern und Schüler an den Kosten, alle Mitarbeiter im festen vertraglich abgesicherten Angestelltenverhältnis, ständig positiv in der Presse, durch die Bank engagierte Lehrkräfte, die meisten davon mit einem festen Standbein auf lokalen, nationalen und internationalen Bühnen ... Wie mag das gelingen? Die Frage gilt nicht der Gründungseuphorie, sondern der gelebten Praxis. So mag die Textfolge ungewöhnlich erscheinen: Gedanken über pädagogische Grundfragen und solche über die Organisation von Strukturen wechseln sich ab, greifen ineinander, bedingen einander.Gerade weil wir unsere Entwicklung bei weitem nicht abgeschlossen haben, wollen wir uns unseres gemeinsamen Weges besinnen und uns daran erinnern, dass die Theorie ohne Praxisbezug wertlos ist und dass der einzelne Mensch – Schüler wie Lehrer – wie vor 20 Jahren im Mittelpunkt steht.
Robert Wagner

Alle Artikel hierzu als kompletten pdf-Download >