Fachbeiträge

Die inklusive Musikschule Fürth – auf den Spuren einer Musikschule für alle



Meine Musikschule Fürth
Was ich hier machen kann? – Ich kann Musikinstrumente lernen.
Warum ich zur Musikschule gehe? – Weil mir Musik Spaß macht.
Was mir gut gefällt? – Die netten Lehrer.
Wie ich mich in der Musikschule fühle? – Wie zu Hause.
Hélen Meier (11, Klavier)



Allen Menschen, die Musik machen wollen, alleine oder besser noch gemeinsam, macht die Musikschule Fürth seit 25 Jahren ein für sie stimmiges Angebot.

Die INTEGRATION von Erwachsenen, Senioren, Migranten oder Menschen mit Behinderung war deshalb auch nie ein extra zu verfolgendes Thema für uns. Von Anfang an galt der Blick jedem einzelnen Menschen der zu uns kam. Jeder ist willkommen.


Eine „Musikschule für alle“, wie muss sie sein, dass sie ihrem Anspruch gerecht wird, für alle da zu sein, die Musik machen wollen, dass sie hierfür nicht nur theoretisch Grundlagen benennt, sondern dass die Menschen in ihr dies auch in der Praxis so empfinden, dass nicht nur Hélen (s.o.) sich in ihr „wie zu Hause fühlt“, sondern dass sie vielen unterschiedlichen Menschen einen gerne angenommenen Lern- und Lebensraum bietet?

Dieser Beitrag will einen kurzen Blick auf die aktuelle Bildungsdiskussion richten, um sich dann wieder der gelebten Praxis unserer Musikschule Fürth zu widmen.

Der vollständige Artikel als
pdf-Download (1,4 MB) >

Lebensraum Musikschule gemeinsam gestalten

Systemrelevante Standards im Lebensraum Musikschule
Ein Beitrag von Schulleiter Robert Wagner

Schulen, auch Musikschulen, sind Orte, an denen Menschen lernen und lehren und an denen Menschen Lebenszeit verbringen.

Die Qualität einer Schule lässt sich daran festmachen, ob in ihr und durch sie gelernt wird und ob es gelingt, dass die Menschen Lernen als etwas verinnerlichen, das nicht gemacht werden muss, um zu leben, sondern dass Lernen bereits Leben ist. Dass die Schule also nicht nur Lernraum, sondern Lebensraum ist.


Wie muss demnach Schule sein, damit sie Lernen ermöglicht und Leben zulässt?
Wie muss Schule sein, damit sie beabsichtigte und erwartete Wirkungen entfalten kann?
Was macht eine (Musik-) Schule zum Lebensraum?
Wer könnte diese Frage besser beantworten als unsere Schüler selbst? Auf dem Weg zu einem Probenwochenende verschiedener Ensembles in die Bayerische Musikakademie Hammelburg sammelten wir spontane Antworten auf unsere Frage ein.

Der vollständige Artikel als
pdf-Download (1,3 MB) >

Max Einfach – Eine Fachartikel-Sammlung von der Gründung der Musikschule 1987 bis heute von Schulleiter Robert Wagner

... und noch mehr Theorie? Über Pädagogik? Über Erziehung gar?
Und die Praxis? Die schaut doch sicher ganz anders aus!
Wer braucht diese Seiten eines Schulleiters einer Musikschule?

Zugegeben, manche der nachfolgenden Thesen gab es auch schon vor 1000 Jahren, anderes wurde schon schöner in Worte gefasst. Doch – die Worte finden ihre Entsprechung in einer über 20-jährigen Praxis. „So eine Musikschule dürfte es eigentlich gar nicht geben!”, formulierte der langjährige Geschäftsführer des Verbandes bayerischer Sing- und Musikschulen und 2. Vorstand des Verbandes deutscher Musikschulen, Werner Mayer: Geringste Unterstützung durch die öffentliche Hand, höchste Beteiligung der Eltern und Schüler an den Kosten, alle Mitarbeiter im festen vertraglich abgesicherten Angestelltenverhältnis, ständig positiv in der Presse, durch die Bank engagierte Lehrkräfte, die meisten davon mit einem festen Standbein auf lokalen, nationalen und internationalen Bühnen ... Wie mag das gelingen?

Die Frage gilt nicht der Gründungseuphorie, sondern der gelebten Praxis. So mag die Textfolge ungewöhnlich erscheinen: Gedanken über pädagogische Grundfragen und solche über die Organisation von Strukturen wechseln sich ab, greifen ineinander, bedingen einander.
Gerade weil wir unsere Entwicklung bei weitem nicht abgeschlossen haben, wollen wir uns unseres gemeinsamen Weges besinnen und uns daran erinnern, dass die Theorie ohne Praxisbezug wertlos ist und dass der einzelne Mensch – Schüler wie Lehrer – wie vor 20 Jahren im Mittelpunkt steht.

Robert Wagner

Alle Artikel hierzu als kompletten
pdf-Download (9 MB) >

Menschen wahrnehmen – Möglichkeiten annehmen von Schulleiter Robert Wagner

Wie keine andere Bildungseinrichtung haben Musikschulen den Anspruch ALLEN Schülern gerecht zu werden:
Zweijährige, Jungen und Mädchen, Deutsche und Migranten, Menschen mit Behinderung, im Beruf verwurzelte Erwachsene, Reiche und weniger Reiche, Hausfrauen und Senioren, ... allen bietet die Musikschule die Möglichkeit, Musik machen zu lernen.

Die Praxis (zumindest der Musikschule Fürth) zeigt, dass die Musikschule ein nationen-, generationen- und soziale Schichten übergreifender Treffpunkt sein kann, der Integrationsbemühungen überflüssig macht, weil die Kraft der Musik der einende Faktor ist.
Die Praxis zeigt, dass Schubladen für die unterschiedlichen Gruppen der Musikschüler wenig hilfreich sind, weil sie den Blick auf den Einzelnen nicht überflüssig machen und weil eine Pädagogik, die den Menschen ins Zentrum der Überlegungen stellt, keine Alternativen braucht ...

Der vollständige Artikel als
pdf-Download (644 KB) >

Musik gemeinsam erleben durch handlungsorientierten Unterricht von Schulleiter Robert Wagner

So ist es:
1) Der Mensch ist immer auch Mitmensch

2) Wir behalten durchschnittlich etwa 20 Prozent von dem, was wir hören, 30 Prozent von dem was wir sehen und 80 – 90 Prozent von dem was wir aktiv sagen und tun (American Audiovisuell Society, vgl. Witzenbacher, 1985)

Diese hohe Behaltensrate ist die Folge der gleichzeitigen Aktivierung verschiedener Sinne beim Lernen in konkreten Handlungsvollzügen. Das „Erleben“ stützt unser Gedächtnis sehr nachhaltig. Bei Dingen, die wir sehr intensiv erlebt haben, genügt oft eine einmalige Aufnahme zur permanenten Speicherung. (Vgl. Vester, 1978)

3) Denken und Tun, Tun und Denken, das ist die Summe aller Weisheit. (Goethe)

Da wir da noch die Geschichte vom Besuch der Oma, die sich nichts sehnlicher wünschte, als dass ihr Enkel, ein Stück auf dem Klavier zum besten gäbe und dieser bedauernd nach den Noten fragte, weil „auswendig könne er zur Zeit nichts“.
Und das, obwohl sich doch der Instrumentallehrer soviel Mühe gegeben und so viele Stücke durchgenommen hatte ...

Der vollständige Artikel als
pdf-Download (196 KB) >


Teil 1 – „Ich will das können ...”  von Schulleiter Robert Wagner

Verfolgt man die aktuellen Diskussionen zu den Themen Bildung, Lernen und Schule gewinnt man den Eindruck, der Mensch muss in erster Linie lernen, um den Bedürfnissen der Gesellschaft oder der Arbeitswelt zu genügen. Die Bemühungen vieler Bildungspolitiker sind dementsprechend darauf gerichtet, den Deutschen einen besseren Platz im Pisa Ranking zu sichern.

Das Lehren wird von Dritten bestimmt und muss in kürzester Zeit optimale Ergebnisse liefern. Prüfungen ersetzen eine vom Interesse an der Sache getragene Motivation und haben – ob man dies zugibt oder nicht – in erster Linie eine aussondernde Wirkung.


Der vollständige Artikel als
pdf-Download (356 KB) >

Teil 2 – Vom Erlebnis zum Ergebnis! von Schulleiter Robert Wagner

Fragen nach der geeigneten Unterrichtsliteratur, nach der Sozialform des Unterrichts (Einzel- oder Gruppenunterricht) nach der Methode und nach dem individuell abgestimmten Lehrziel müssen sich an folgenden Punkten messen lassen:

Die Schüler wollen (sofort und ohne große Vorübungen)

• Perspektiven mit dem „Neuen“ verbinden
• Anknüpfungspunkte an bisherige Erfahrungen entdecken
• eigene Leistung als befriedigend erfahren
• Vertrauen in die eigene Kompetenz gewinnen
• sich von Anfang an in einem größeren Ganzen aufgehoben fühlen (Sicherheit)

Der vollständige Artikel als
pdf-Download (60 KB) >

Teil 3 – Kann man „Wollen” (ver-)lernen? von Schulleiter Robert Wagner

Jeder weiß: Ein Lernanreiz geht nur dann von einer Sache aus, wenn der Weg hin zum „Können“ erreichbar erscheint und eine Perspektive mit dem erwarteten Können verbunden werden kann. Wird der Druck auf die Schüler durch ein Zuviel an Stoff und ein Zuviel an Fremdbestimmung und Termindruck erhöht, wächst die Belastungsempfindung. Bereits geringe Anstrengungen erfordern dann ein Übermaß an Überwindung und Willenskraft.

Damit steigt die allgemeine Neigung, sein Betätigungsfeld und sein Interesse für Neues mehr und mehr einzuschränken und Aktivitäten auf ein erträgliches Maß zurückzuschrauben. Schließlich verliert man völlig die Fähigkeit, sich überhaupt noch zu irgendetwas aufraffen zu können.

Der vollständige Artikel als
pdf-Download (356 KB) >

„In der Gruppe hab’ ich mehr von mir!” von Schulleiter Robert Wagner

„Leider kann ich mir Einzelunterricht zur Zeit nicht leisten. Was kostet denn Gruppenunterricht?“

Dieser uns gegenüber oft gestellten Aussage liegen zwei Grundannahmen unserer „Kunden” zugrunde:

1. Einzelunterricht ist effektiver.
„Musikalisches Niveau“ stellt sich nur im individuellen Einzelunterricht ein.

2. Gruppenunterricht ist billiger.
Er dient aber eher außermusikalischen Zielen. Dies sei zwar auch wichtig, gehe aber zu Lasten der Individualität und der persönlichen Leistungsfähigkeit.

Der vollständige Artikel als
pdf-Download (204 KB) >

„... weil Können Spaß macht!“ – Sing- und Musikschule Fürth von Schulleiter Robert Wagner

Weil Können Spaß macht, schon wieder so ein Spruch!
Musik gemeinsam erleben, Musik einfach machen, Musik sinnlich nehmen, Treffpunkt Musikschule – und heuer ...

Schon immer wurde – nicht nur in unserem Kollegium – herrlich darüber debattiert, ob solche Slogans das hehre Anliegen einer Musikschule eher unterstützen oder verunglimpfen würden.
„Klappern gehört zum Handwerk, Slogans schaffen Identität“, meinen die einen, „... das haben wir nicht nötig, weg mit dem pädagogischem Zeigefinger”, die Anderen.

Der vollständige Artikel als
pdf-Download (384 KB) >

Wie gut ist Ihr Unterricht? – Wir stellen uns Ihrem Urteil. von Schulleiter Robert Wagner

Die Sing- und Musikschule Fürth macht es sich zur Aufgabe, das Konzept und mögliche Ziele ihrer Arbeit zu benennen, um diese für ihre Schüler und deren Eltern transparent zu machen.


„Musik gemeinsam erleben” oder „... weil Können Spaß macht“, waren und sind nicht nur Slogans mit denen wir auf Kundenfang gehen, sondern stellen Leitziele dar, an denen Sie die Qualität unserer Schule „messen“ und erfahren können.

Der vollständige Artikel als
pdf-Download (228 KB) >

Fragen nach Prinzipien musikpädagogischen Arbeitens, an denen Sie unseren Qualitätsanspruch überprüfen können

UNSERE QUALITÄT braucht IHRE MITARBEIT
Manche der genannten Fragen und Aussagen unseres Leitartikels werden Sie überzogen finden, andere eher platt oder gar albern. Vielleicht wundern Sie sich auch über die Form, sich dem Thema Qualität musikschulischer Arbeit mit Fragen nach Unterrichtsprinzipien zu nähern.


Wichtig für uns ist es einen Gedankenaustausch mit Ihnen anzuregen. Wichtig für uns ist Ihre Meinung zu Ihrem Unterricht und damit zu unserem Handwerk.

Der vollständige Artikel als
pdf-Download (136 KB) >


musikschule-fuerth.de